Woche 56 Thaheuatay/LA – Pakbeng/LA

Montag

Heute Aufbruch in Kasi. Es steht ein harter Tag bevor. Laos ist bergig und hier fangen die Berge richtig an. Am langen Anstieg wird es erst neblig, dann fängts an zu tröpfeln und die Temperaturen sinken. Viel Verkehr herrscht nicht, es überholen mich meistens LKWs mit chinesischen Nummernschildern. Kurz vorm Gipfel hat es unangenehme 9 Grad und ich hol die LKWs wieder ein. Die 100 Meter Schotterpiste bei 15 % Steigung lassen auch mich schieben. Auf 1886 m ist dann mein höchster Punkt von Laos erreicht. Bloß schnell wieder runter von nasskalt ins feuchtwarme Klima.

Ich schaff es sogar noch bis Luang Prabang. 128 km und 2454 Hm. Uff. Definitiv zu viel, aber ohne Zelt und Unterkunft zwischendurch muss das halt sein. Dafür gibt’s einen Vitamintrink, Bananen und Buffet am Markt. Und eine nette Unterkunft am Mekong.

Dienstag

Ruhetag. Viele Touristen hier, dementsprechend ist alles doppelt so teuer. Und Essen Kostet in Laos eh schon das doppelte wie in Thailand. Kein Vergleich zu Deutschland, aber trotzdem nicht angemessen. Morgen geht’s weiter. Nur wo hin? Gibt ja nicht viele Straßen. Boot nehmen? Ich finde dann noch eine Piste Richtung Westen, sodass ich nicht die gestrigen letzen 40 km zurück fahren muss.

Mittwoch

Am Mekong geht es also lang. Flach ist es trotzdem nicht und es gibt richtig schöne Naturpiste. 😀 Aber die grandiosen Aussichten sind es Wert. Es kommt ein bisschen Abenteuer auf wie in Tadschikistan (schlechte Straßen, dünne Besiedelung, Landschaft.)

Donnerstag

Ich könnte schon wieder einen Ruhetag gebrauchen. Jeden Tag 2000 Hm fahren geht mit dem Packesel nicht. Aber ich fahr trotzdem mal weiter.

Ich muss schon ganz schön die Berge hoch kämpfen. Nächstes mal komm ich mit nem Rennrad. Auch wenn mich die Reisbauern komisch anschauen, ich weiß nicht wer hier körperlich mehr gefordert ist.

Am Ende vom Tag komm ich in Hongsa an. Die dritte Unterkunft ist mir dann günstig genug. Wo ich herkomme? Deutschland. Auf einmal spricht der Laote mit mir deutsch und ich checks erst nicht. Hier im Nachbarzimmer ist auch noch ein Deutscher. Wo bin ich jetzt gelandet? 😀

See Phan hat vor 30 Jahren in Magdeburg studiert. Witzig. Und Rolf kommt auch aus der Nähe von Magdeburg! Und so der Zufall es wollte haben wir uns hier am Popo der Welt getroffen. 😀

Freitag

Da bleib ich doch erst mal hier, See Phans Frau macht ein paar leckere Pilze aus eigenem Anbau zum Frühstück und Klebereis.

Im Laufe des Tages, als sich immer mehr Dorfbewohner am Fluss versammeln müssen wir auch mal nachschauen. das Wasser wird abgelassen und dann fischen sie den ganzen Fluss leer. Morgen gibt es bestimmt eine Menge Fisch auf dem Markt.

Samstag

Wir fahren mit See Phan in Dorf und sehen uns an wie hier noch traditionell Stoffe gefärbt werden. Mit Indigo und anderen Naturfarben. Anschließend entstehen dann auf den Webstühlen die Stoffe. Unglaublich arbeitsintensiv. Aber Arbeit kostet hier halt nichts. Auf jeden Fall interessant, vor allem mit unserem deutschen Reiseführer. 🙂

Sonntag

Heute fahre ich dann mal weiter. Noch einen letzten Blick auf die Reisfelder hier im Tal. Wenn man genau hinsieht kann man im Hintergrund auch das neue 1878 MW Braunkohlekraftwerk erkennen. Strom für Thailand, Dreck für Laos.

Es folgen Elefant, Berge ohne Ende, chinesische LKWs und wieder der Mekong.

 

 

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